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Themenbereiche

In meiner Forschung beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit den folgenden vier Themenbereichen.

Ordnung(en) in der Weltpolitik

In diesem Themenbereich setze ich mich mit einer Reihe von grundlegenden, ordnungstheoretischen Fragen auseinandern: Welche Wesensmerkmale weisen Ordnungen in der Weltpolitik auf? Welche Formen nehmen diese Ordnungen an (etwa Großmachtkonzerte, Hegemonialordnungen)? Warum/wie entstehen und wandeln sich Ordnungen in der Weltpolitik? Meine Forschung betont dabei vor allem die "multiplexe Natur" (cf. Amitav Archaya) weltpolitischer Ordnungen - Ordnungen sind komplexe Gebilde, die gleichzeitig von anderen Ordnungen beeinflusst werden und diese ebenfalls beeinflussen.

Gegenwärtiges Projekt
Multiplex World Ordering: A Rhetorical Field Theory (Artikel gemeinsam mit Markus Kornprobst)

Die internationale Ordnung zur Kontrolle der Kernenergie

In den vergangenen Jahren habe ich mich mit dem Wesen und dem Wandel der internationalen Ordnung zur Kontrolle der Kernenergie beschäftigt. Mein Fokus liegt dabei vor allem auf der Tiefenstruktur dieser Ordnung, also auf fundamentalen "Spielregelen", in denen sich Akteure bewegen, und auf dem Einfluss, den andere Ordnungen auf die diese Ordnung nehmen.

Gegenwärtige Projekte:
- Götterfeuer und Menschenhand - Eine Einführung in die Internationale Ordnung zur Kontrolle der Kernenergie (Lehrbuch)
- (Re)thinking the Global Nuclear Order (Artikel)

Internationale Politische Kommunikation

In diesem Themenbereich beschäftige ich mich vor allem mit rhetorischen Strategien in der Kommunikation zwischen Akteuren der Weltpolitik sowie mit der Nutzung digitaler Medien in der internationalen Diplomatie.

Gegenwärtiges Projekt:
Twitter and the Democratization of Diplomacy (Artikel gemeinsam mit Franz Eder)

Österreichische Außen- und Sicherheitspolitik

Gegenwärtiges Projekt:
Handbuch zur österreichischen Außen- und Sicherheitspolitik (Sammelband gemeinsam mit Franz Eder und Markus Kornprobst)

Das Handbuch soll den Themenbereich der österreichischen Außen- und Sicherheitspolitik aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive erschließen. Ausgehend von einem einführenden Kapitel, das einen theoretischen Rahmen in der Tradition der Außenpolitikanalyse spannt und die erkenntnisleitenden Fragen des Handbuchs herausarbeitet, soll das Handbuch drei Abschnitte umfassen, in denen sich die Autorinnen und Autoren 1) mit den Rahmenbedingungen, Akteuren, und Prozessen der Außen- und Sicherheitspolitik Österreichs, 2) mit dem politischen Handeln in verschiedenen Politikfeldern, und 3) mit dem politischen Handeln gegenüber verschiedenen Ländern, Regionen und Organisationen auseinandersetzen. Das Handbuch soll sich an Studierende und ForscherInnen der Politikwissenschaft und angrenzender Disziplinen richten sowie ebenfalls an politische EntscheidungsträgerInnen und VertreterInnen der öffentlichen Verwaltung, der Medien und der Zivilgesellschaft.

Rezente Publikationen

Nachfolgenden finden Sie eine Auswahl meiner rezenten Veröffentlichungen. Eine vollständige Auflistung können Sie in der Forschungsleistungsdokumentation der Universität Innsbruck oder in meinem Lebenslauf einsehen.

Markus Kornprobst und Martin Senn. 2018. Ordnung Kommunikation und Wandel in der Weltpolitik, in: Zeitschrift für Internationale Beziehungen, 25/2, 96-125.

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Aus welchen Bestandteilen setzt sich die weltpolitische Ordnung zusammen? Wie entstehen diese Bestandteile, wie werden sie reproduziert und wie verfallen sie? Der vorliegende Artikel beantwortet diese Fragen, indem er die weltpolitische Ordnung als komplexe Konstellation rhetorischer Felder konzeptualisiert, die durch Überlappungen und Verschachtelungen miteinander in Beziehung stehen. Rhetorische Felder werden durch einen gewachsenen und umfassend gültigen Nomos gestiftet. Sie beinhalten im Regelfall auch ebenso gewachsene, aber nur beschränkt gültige Endoxa, die rhetorische Gemeinschaften konstituieren, sowie bewusst geschaffene und mehr (Taxis I) oder weniger (Taxis II) umfassend gültige Komponenten. Abhängig von den Spannungen, an denen sich rhetorische Begegnungen entzünden (exogene, semi-endogene und endogene Exigenzen), der Vertrautheit der Akteure mit den Elementen, mittels derer eine rhetorische Begegnungen zusammengestellt wird (atopische Rhetorik, Montage, Bricolage, rhetorische Praxis), und den Akteursgruppierungen, die sich in diesen Begegnungen formieren (Gemeinschaften und Netzwerke), entfalten Begegnungen mehr oder weniger Potenzial für den Wandel von Teilordnungen und der weltpolitischen Ordnung insgesamt. Diese Theorie trägt zu einem detaillierteren Verständnis der Heterogenität von Ordnung und Kommunikation sowie, darauf aufbauend, des Wandels in den internationalen Beziehungen bei.

Martin Senn und Franz Eder. 2018. Cui Bono Scientia Politica? A Multi-Dimensional Concept of Relevance and the Case of Political Science in Austria, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, 47/3, 1-17.

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Link zum Schwerpunktheft "Cui Bono Scientia Politics" (Martin Senn und Franz Eder, Hrsg.)

Political scientists in many parts of the world have resumed the debate about the discipline’s societal relevance in view of manifold political and social challenges. Unlike their international peers, political scientists in Austria have so far not undertaken a thorough reflection of the relevance that their work has beyond academia. Our special issue seeks to fill this gap in the self-reflection of political science in Austria by opening a debate about the conceptual, empirical, normative, and praxeological dimensions of (societal) relevance. This introductory article prepares the ground for the subsequent contributions to the special issue by giving a brief overview of the current debate about the relevance of political science, formulating the research questions that guide the special issue, and introducing a multi-dimensional concept of societal relevance. Building on the work of Van Aalsvoort (2004) and Stuckey et al. (2013), the article distinguishes between civic, professional, and political relevance of political science and discusses the discipline’s historical development in Austria against the background of this conceptual framework.

Martin Senn und Jodok Troy. 2017. The Transformation of Targeted Killing and International Order, in: Contemporary Security Policy, 38/2, 175-211.

Dieser Artikel wurde mit dem "Bernard Brodie Prize" für den besten Artikel Artikel im Jahrgang 2017 ausgezeichnet.
Link zum Artikel (open access)
Link zum Schwerpunktheft "The Transformation of Targeted Killing and International Order" (Martin Senn und Jodok Troy, Hrsg.)

This article introduces the special issue’s question of whether and how the current transformation of targeted killing is transforming the global international order and provides the conceptual ground for the individual contributions to the special issue. It develops a two-dimensional concept of political order and introduces a theoretical framework that conceives the maintenance and transformation of international order as a dynamic interplay between its behavioral dimension in the form of violence and discursive processes and its institutional dimension in the form of ideas, norms, and rules. The article also conceptualizes targeted killing and introduces a typology of targeted-killing acts on the basis of their legal and moral legitimacy. Building on this conceptual groundwork, the article takes stock of the current transformation of targeted killing and summarizes the individual contributions to this special issue.

Martin Senn. 2017. The Art of Constructing (In)security: Probing Rhetorical Strategies of Securitization, in: Journal of International Relations and Development, 20/3, 605-630.

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Scholars advocating a sociological view of securitisation have criticised the Copenhagen school for its overemphasis on the grammar of security and its neglect of the social situatedness of securitisation. Accordingly, these critics have also pointed to the relevance of rhetorical strategy, that is, how agents tailor their securitising moves to specific audiences and contexts. This article advances our knowledge of rhetorical strategies of securitisation in two ways. First, it introduces the four rhetorical appeals of authority, fidelity, presence, and emotionality as text-level factors that facilitate the success of securitising moves. Second, the article focuses on rhetorical assemblage and argues that narrative theory enables us to gain a nuanced understanding of how securitising actors seek to create the four rhetorical appeals by selecting and combining discursive resources. To illustrate the added value of this theoretical framework, I use the documentary movies Countdown to Zero and Nuclear Tipping Point. These documentaries are securitising moves that seek to persuade a public audience in the United States of the existential threat that nuclear weapons pose and to mobilise this audience to support the cause of disarmament.

Gerhard Mangott und Martin Senn. 2017. Boycotts, bombs, or bargains? Eine Analyse von Strategien im Umgang mit Nordkoreas Nuklearwaffenprogramm, in: Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik, 10/1, 13-27.

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Der Artikel diskutiert Strategien im Umgang mit Nordkoreas Nuklearwaffenprogramm. Das zentrale Argument lautet, dass schrittweises engagement, das positive Anreize an die Umsetzung mehrerer Phasen von Rüstungskontrolle bindet, die aussichtsreichste Strategie hinsichtlich einer Verhaltensänderung Nordkoreas darstellt. Strategien der Resignation, der Sanktion und der militärischen Eskalation werden als nicht zielführend oder zu risikoreich abgehandelt. Auf absehbare Zeit kann demnach lediglich das Ausmaß des nordkoreanischen Nuklearwaffenprogrammes begrenzt werden, während dessen Existenz nicht mehr Verhandlungsgegenstand sein kann.

Martin Senn und Christoph Elhardt. 2014. Bourdieu and the Bomb: Power, Language, and the Doxic Battle over the Value of Nuclear Weapons, in: European Journal of International Relations, 20/2, 316-340.

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Building on Bourdieu’s social theory, this article shows how powerful agents are able to challenge deeply engrained assumptions about the value of nuclear weapons. To illustrate the value of a Bourdieu-inspired analysis in the field of nuclear weapons, we apply his thinking tools of field, symbolic capital and doxa to the recent plea for nuclear disarmament by the US elder statesmen Shultz, Perry, Kissinger and Nunn. We analyse how the four revitalized the topic of nuclear disarmament, moving it from the fringes of peace research and grass-roots advocacy to the mainstream of academic research and politics. We argue that the historical context, the high symbolic capital of Shultz and his colleagues, and an appealing narrative that draws on commonplace understandings made their plea resonate with security elites.

Gutachtertätigkeit

Ich war und bin für mehrere Fachzeitschriften, Fachverlagen und Institutionen als Gutachter tätig:

Cold War History
H-Diplo Reviews
Journal of International Relations and Development
Journal of Global Security Studies
Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft
Review of International Studies
Security Dialogue

Palgrave Macmillan
Routledge
SAGE

Jubiläumsfonds der Östrerreichischen Nationalbank
Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft